Klärus und die Die Blaue Blume

...nicht die Schätze sind es, die ein so unaussprechliches Verlangen in mir geweckt haben, sagte der Jüngling zu sich selbst; fern ab liegt mir alle Habsucht: aber die blaue Blume sehn’ ich mich zu erblicken. [Novalis]

Freitag, 17. Februar 2012

Anonymus


Hallo,

ich werde mich Anonymus nennen,da man zwar in diesem unsrem Land das Recht auf freie Meinungsäusserung hat,sich aber damit nicht immer einen Gefallen tut.

Ich habe den Artikel von Klärus mehrmals gelesen und bin der Meinung,das auch die andere Seit der Medailie beleuchtet werden muß, um ein Gesamtbild zu erhalten.Klärus beklagt die Zustände, was aber zu einem nicht unerheblichen Teil auch eine Kostenfrage ist. Auf die hat keine Pflegekraft Einfluß. Es wird vom zu pflegendem und teilweise auch seinen Angehöringen nur der teure Pflegeplatz gesehn. Ich versuch mal aufzulisten, was aber alles dran hängt:

-24 Stunden Rundumbetreung durch Pflegepersonal

-tägl. mindestens 3x was zu essen, wobei es nicht nur mit der Zubereitung getan ist

-ein sauberes Haus und saubere Zimmer

-immer frisch gewaschene Wäsche im Schrank

-Hausmeister, die alles wieder richten, was gerade nicht geht

-ein Ergo-Team, was für Unterhaltung und Abwechslung sorgt, (sonst wären wir ja wie eine Verwahranstalt)

-eine Verwaltung mit den unterschiedlichsten Aufgaben für,s Haus und seine Bewohner betraut ist

-einen Fahrdienst, sonst käme manch ein Bewohner nicht mal zum Zahnarzt oder zu seiner Familie zu Besuch

DAS ALLES KOSTET GELD

sollte ich einen Bereich vergessen so ist das keine Absicht. Jeder kann ja einen Kommentar dazu abgeben.

Jetzt möchte ich mal eine Tagschicht des Pflegepersonals Revue passieren lassen. Denn dieses besteht nicht nur, wie von Klärus beschrieben, aus rauchenden unmotivierten Menschen.

Der Dienst beginnt morgens 5.50, aber jeder ist ein paar Minuten eher da. Der Nachtdienst berichtet, wie die Nacht war. Heute war Vollmond und die Bewohner waren sehr unruhig und haben schlecht geschlafen.

6.00 mache ich mich auf den Weg zum ersten Bewohner, aber ein klingeln, der Schwesternruf lenkt meinen Weg in die entgegen gesetzte Richtung. Der Bewohner hat schlecht geschlafen, jetzt möchte er noch mal was trinken und aufstehen. Ich reiche ihm was zu trinken an, und erkläre ihm, das es zum aufstehen noch zu früh ist. Da ist das klingeln schon wieder, der eigentlich erste Bewohner meldet sich. Ich bin schon auf dem Weg zu ihm, es ist 6 Minuten nach 6.Als ich das Zimmer betrete, werde ich mit den Worten begrüßt "ICH DACHTE DU HAST MICH VERGESSEN", als ich fragte wie oft er denn schon vergessen worden sei, bekam ich keine Antwort, das kann Dank der Klingel sowieso nicht passieren. Der nächste Bewohner empfängt mich viel freundlicher, auf mein GUTEN MORGEN erwidert er "SCHÖN DAS DU WIEDER BIST". Da ist die Laune auf beiden Seiten gleich viel besser und man kann sogar schon am frühen Morgen seinen Spass machen. Da ist das klingeln wieder, der Bewohner mit dem schlechten Schlaf hat jetzt, wo es hell wird noch mal die Frage , wann er aufstehn darf, ich erkläre ihm, das erst noch ein anderer auf die Toilette gesetzt werden muß, dann komme ich. Also auf zum dritten Bewohner des Morgens. Leider zu spät, sein Darm hat sich nicht an meinen Zeitplan gehalten. Also muß ich erst mal putzen und waschen, ehe ich ihn auf die Toilette setzen kann. Das Bett ist auch verschmutzt, das muß ich gleich frisch beziehen, da ich den Bewohner nach dem duschen noch mal reinlegen muß, um ihn anzuziehen. Das bringt meinen ganzen Zeitplan durcheinander. Als ich dann endlich meine Bewohner aus dem Bett habe, bis auf den letzten, hat dieser Fingernägel, die dringendst geschnitten gehören. Das gibt noch mal einen Akt, denn der Bewohner mag das Nägel schneiden gar nicht. Ich muß viel auf ihn einreden, damit ich überhaupt anfangen darf. Nach 2 Nägeln ist seine Geduld am Ende. Er versucht nach mir zu schlagen und zu treten. Dann war`s das erst mal für heute, versuch ich morgen wieder mein Glück, es ist ja erst Montag.

Die Bewohner sind jetzt erst mal versorgt, ich habe sie zur Ergo zum gemeinsamen Frühstück gebracht. Was eine feine Sache ist, für beide Seiten. Denn nach den Bewohnern sind die Zimmer dran, auch die wollen aufgeräumt sein. Da wäre noch das ein oder andere Bett zu beziehen, also brauche ich frische Bettwäsche. Der Schrank ist leer, also ab in die Waschküche und frische Wäsche holen und den Schrank befüllen. Die Bewohnerwäsche ist auch aus der Wäscherei zurück und muß in den Zimmern verteilt werden. Also schnappe ich mir beide Wägen mit der Wäsche und bringe sie nach oben. Als meine Zimmer dann endlich in Ordnung sind, wäre es an der Zeit, mal was zu essen, es ist 10.00 Ich setze mich hin und beiße genüsslich in mein Frühstück. Und da ist es wieder, dieses klingeln. Natürlich sind die Bewohner mit ihrem Frühstück schon fertig, jetzt müssen sie zur Toilette, brauchen Tee eingeschenkt, oder der Rollladen im Zimmer ist runtergegangen, weil ein Sonnenstrahl draufgefallen ist, das ist der Segen der Technik. Ruckzuck sind 10 Minuten weg.2. Versuch mein Frühstück zu essen, diesmal hat,s geklappt. Jetzt muß noch die ganze Dokumentation geschrieben werden, Ordnung muß sein, da ist der MKD unerbittlich. Aber der PC mag mich nicht und streikt, er muß erst regeneriert werden. Das dauert wieder ein paar Minuten. Aber die Zeit vergeht nicht ungenutzt, es gibt ja noch was zu putzen und Inkontinentmaterial aufzufüllen auf Station. Wenn der Schreibkram dann endlich erledigt ist, o je die Uhr zeigt 11.10, gehe ich meine Bewohner in der Ergo wieder einsammeln, da sich ein großer Teil nicht selbst fortbewegen kann. Es gibt Mittagessen, welches aber vorher auch geholt werden will. Ich selbst gehöre, wie von Klärus beschrieben zum Typ STEHFÜTTERER. Weil die Personaldecke es nicht hergibt, das ich nur einen Bewohner das Essen reiche, sondern auch noch der DOPPELFÜTTERER bin. Was ich jedoch wesentlich menschlicher finde, als wenn der zweite 20 Minuten oder noch länger zusehen müßte, bis der erste endlich fertig ist. Auch wäre die Nacheinanderanreichung der Mahlzeiten nicht mit meiner Arbeitszeit vereinbar. Wo wir wieder beim lieben Geld wären. Auch läßt es sich technisch bei dem ein oder anderen nicht machen, das man sich hinsetzen kann. Nach dem Essen möchte sich ein großer Teil der Bewohner etwas hinlegen, was mit ihrem Alter oder der körperlichen Verfassung zu tun hat. Manch einer mag sich aber auch nur hinlegen, weil in dieser Zeit gerade nichts in der Ergo geboten wird und er nicht weiß, was er machen soll. Aber pünktlich um 14.00 weiß er genau, was er machen soll, nämlich klingeln und kundtun, daß er jetzt aufstehen möchte.

Das war ein ganz normaler Wochenvormittag und wer glaubt das es an den Wochenenden oder Feiertagen gemütlicher zu geht, der irrt. Da ist oft eine Pflegekraft weniger da Und den Frühstücksservice der Ergo gibt es leider auch nicht.

Es ist auch egal, ob eine Pflegekraft 3 Tage oder 3 Monate krank ist, ihr Ausfall muß von den anderen ausgeglichen werden, man kann schließlich keinen Bewohner für diese Zeit unversorgt lassen. So meine Schicht ist rum, ich überlege mal, wie viele Zigarettenpausen ich gemacht habe, KEINE ich bin nämlich NICHTRAUCHER diese gibt es eben auch in unserem Haus.

Ich bitte zum Abschluß die Leser sich den Kommentar "DICH ZWINGT JA KEINER HIER ZU ARBEITEN" zu verkneifen, denn trotz allem mache ich meine Arbeit gern und Geld muß ich auch ein bißchen verdienen um nicht unter einer Brücke wohnen zu müssen. Jetzt hoffe ich, dass rege diskutiert wird, nachdem 2 Sichtweisen beleuchtet sind.

Dienstag, 8. November 2011

Das Kurzzeit-Leben im Heim


Das Leben im Heim ist anders, als das Leben draußen. Wenn du im Heim bist, bist du drin, praktisch weg vom Fenster, draußen aus der Welt.

Das mag für jeden anders erlebbar sein, aber Klärus erlebt das jetzt so in einem Heim für pflegebedürftige Menschen, nachdem das Krankenhaus wegen der Fallpauschale des Klärus überdrüssig, denselben entlässt.
Für seinen Zu- oder Notstand bezahlt die Krankenkasse eine bestimmte Summe an die Krankenhausverwaltung und da ist inclusive der zweiten Operation nach zwei Wochen Schluss mit liegen im Krankenhaus und Schluss mit lustig.

So eine Clavicula-Mehrfragmentfraktur mit offener Reposition und Osteosynthese mittels 8-Loch-LCP Clavikula bringt dem Haus eine bestimmte Summe Euros und mehr nicht. Basta.
Zwei Operationen hat Klärus gebraucht, weil ja eine nicht zu reichen scheint - für einen läppischen Schlüsselbeinbruch.

Klärus` Zustand ist aber nach dieser Zeit noch ein sehr desolater, denn sein Körper mit den Poliofolgeschäden verkraftet nur schwer die Folgen des Unfalls mit den zwei Vollnarkosen. Er kann sich kaum bewegen und wenn er sich mal bewegt, dann bekommt er vor lauter Anstrengung kaum Luft.
Klara kann ihren Klärus in diesem Zustand zu Hause nicht schultern. Hat sie ihn doch nach der ersten Operation zu Hause erlebt, als sie ihn als Pflegefall pflegen musste.

Für Klara ist das auch wieder eine schwere Zeit. Sie hat viel erleben müssen die vergangenen Jahre. Die stete Verschlechterung des körperlichen Zustandes von Klärus durch das Postpoliosyndrom, hervorgerufen durch die permanente Überforderung des Körpers. Erst nach und nach waren dann die erforderlichen Hilfsmittel akzeptiert und installiert, welche erforderlich sind und waren, den fortschreitenden Verschlechterungsprozess zum stagnieren zu bringen.
Dann hat sie in dieser Phase vor einem Jahr fast ihren Klärus verloren.

Glücklicherweise gibt es in Deutschland die Regelung der Kurzzeitpflege für Menschen, welche bereits eine Pflegestufe haben und die hat Klärus bereits. Und die Kurzzeitpflege wird von der Krankenkasse mit einem Pauschalbetrag übernommen und wenn der Betrag aufgebraucht ist, wird auch die Kurzzeitpflege beendet.

Also rein ins Heim mit dem Klärus in die Kurzzeitpflege.
Wieder Krankenwagen Liegepritsche, Deckegucken mit Geruckel und Geschuckel rein ins Heim.
Klara ist wie immer dabei, sonst wäre das ja alles nicht zu ertragen.
Das Wohnheim für pflegebedürftige Handicaps ist ja eigentlich was Gutes. Wenn ein so genannt körperlich behinderter Mensch zu Hause nicht mehr kann, dann macht das, was er nicht mehr kann in diesem Wohnheim für pflegebedürftige Handicaps, geschultes Personal. Das hat zwar manchmal wegen der hohen Anforderungen und dem unbeschreibbaren Leid all der Lebensgeschichten des Öfteren einen Auszeitbedarf, aber dafür gibt es die zahllosen Zigarettenpausen in der Raucherecke.

Klärus ist voll Pflegefall. Sein rechtes Bein ist ja schon immer völlig gelähmt, sein linker Arm ist schwächer als der rechte und diesen rechten Arm hat er gebraucht, um sich zu versorgen, sich fest zu halten, sich um zu setzen und jetzt ist dieser wegen des Bruchs am Körper fixiert und er kann und darf ihn nicht benutzen. Auch sitzen kann er so nicht, denn ohne sein Stützkorsett ist seine Rückenmuskulatur zu schwach.

Also geht Klärus davon aus, dass er gefühlt bis ans Ende seiner Tage liegend im Zimmer dieses Pflegeheimes verbringen muss. Entsprechend ist sein Gemüt, nämlich im Keller.
Doch die findige Pflegedienstleiterin findet im Keller des Hauses noch einen freien Pflegerollstuhl und somit kann Klärus mit tausend Kissen gepolstert und geschoben werdend das Zimmer verlassen und in die sogenannte Öffentlichkeit integriert werden.


In diesem Pflegerollstuhl liegt er dann Kissen da und Kissen dort, das Kreuz tut ihm weh, die Schulter tut weh, der Rest tut weh, die Seele tut weh und bei jeder Bewegung verrutschen diese Kissen wieder und er muss jedes mal eine geschulte Pflegekraft bitten, diese Kissen zurechtzurücken.
Wenn er dann von einer geschulten Pflegekraft in diesem Gefährt in die herrliche Natur vor dem Pflegeheim geschoben wird und diese Pflegekraft ihn dann verlässt, um anderswo zu pflegen, dann steht er da wie bestellt und nicht abgeholt, ohne die Möglichkeit der Fortbewegung. Dann kann er sich auch nicht auswählen, mit wem er sprechen möchte und mit wem nicht.

Beim Mittagessen wird akkordgefüttert. Füttern darf man in der Pflegeterminologie nicht sagen. Es ist ja schließlich auch keine Fütterung im Kuhstall, sondern die Essenseingabe an bedürftige eingeschränkte Menschen durch geschulte Pflegekräfte, in einer speziellen, gut konzeptionierten Pflegeeinrichtung. Das ist was Anderes.
Also Essenseingabe an zwei oder drei Leute gleichzeitig kommt schon mal vor. Das gebietet der Sparsamkeitsschlüssel der Pflegeverwaltung in Zeiten der leeren Kassen allerorts.
Sehr peinlich und gewöhnungsbedürftig ist es für Klärus, dass er sich nicht selber reinigen kann. Er muss sich in die Hände anderer begeben. Nicht mal auf der Toilette kann er sich reinigen und der Nebeneffekt ist, dass er gedanklich den geschulten Pflegekräften Unrecht tut, denn egal wie sie es machen, es ist nie so, wie er es selber machen würde. Er ist wohl noch zu kurz in diesem Geschäft. Zu kurz, als dass er sich von diesem Gefühl der Peinlichkeit lösen kann und sich ausliefert, oder einfach nur akzeptiert. Viel Scham hat er ja schon verloren in den letzten zwei Jahren, aber das Leben zwingt ihn nun zu neuen Qualitäten.

Da gibt es gefühlte, liebevolle Zuwendungen beim Essenseigeben, den Blickkontaktler.
Dann gibt es den Mehrfachfütterer, welcher auch mal jemandem hinter sich den Löffel in den Mund stopft, nachdem er zwei vor sich bedient hat. Den Mehrfachfütterer bewundert Klärus wegen der logistischen Meisterleistung jeweils den richtigen Löffel zu tauschen.
Dann gibt es wie es den Stehpinkler gibt, den Stehfütterer. Bei dem steigt Klärus die Galle. Der Stehfütterer steht wie der Name schon sagt vor dem liegenden oder sitzenden Pflegefall und führt aus dieser Perspektive heraus den Löffel zum Mund, weil er noch sonstiges zu tun hat, oder schon die Startlöcher gräbt zur anschließenden Zigarettenpause.
Beim Stehfütterer kommt der gestresste Gefütterte kaum nach mit dem kauen, aber wenn es auch vielleicht noch das Einzige ist, was dieser noch tun kann, dann ist es doch bewundernswert
.
Dann gibt es die Klogänge, wie es so schön heißt und aus ästhetischen Gründen nutzt der geneigte Autor eine Metapher.
Bei diesen Reinigungen geht es hier schließlich um die Säuberung des Epizentrums eines Vulkanausbruches.
Beim Vulkanausbruch entleert sich laut Wikipedia auf mehr oder weniger zerstörerische Weise die Magmakammer des Vulkans und Magma steigt durch Spalten und Bruchstellen direkt aus dem Erdmantel auf.
Der Grund dieses Phänomens liegt am Stoffwechselprozess der Materie. Das schmelzende Gestein dehnt sich aus, Magmakammern entstehen. Die entstehenden Gase erhöhen mit der Zeit den Druck innerhalb der flüssigen Masse; das Magma steigt auf.

Überschreitet der Druck einen kritischen Punkt, bricht ein Vulkan aus.
Laut Studien eruptieren am Tag durchschnittlich etwa ein bis zwei Mal die Vulkane.
Dann ist Not am Pflegefall und der Vulkanologe kommt zum Einsatz, um die Kraterreinigung für kommende Eruptionen zu tätigen.

Da gibt es dann den Magmaschieber. Der schiebt beim ersten Reinigungsversuch das gesamte, zu Tage getretene Magma talrückwärts mit nur einem Gedanken, das Epizentrum frei zu bekommen. Und das ein paar Mal. Verschoben ist aber nicht aufgehoben.
Dann gibt es den Epizentrumswischer. Der wischt das Magma direkt über dem Epizentum etwas vor und wieder zurück und das auch ein paar Mal und verteilt das Ganze ein bisschen.
Dann gibt es den Rundumwischer. Der wischt auch noch, nachdem er das Epiezentrum bedient hat, über den Kraterrand und lagert damit dort Geröll, das vorher nicht da lagerte.
Und dann gibt es tatsächlich noch den perfekten Beseitiger. Der geht strategisch geplant vor und entfernt das Geröll in Gänze.


Vielleicht sind aber auch alle perfekte Beseitiger und lediglich Klärus` gefühlte Empfindungen schaffen diese Gedankengebäude, denn jeder der hier arbeitet und seinen Pflegedienst verrichtet, tut dies mit aller zur Verfügung stehender Konzentration und so liebevoll es geht in einer Organisationsform des knappen Geldes und der Gewinnorientierung. Das wohlwollend gemeinte Qualitätsmanagement mit all seiner Bürokratie trägt wenig zur Ballance zwischen technischem Arbeitsaufwand und persönlicher Betreuung bei, für welchen wesentlich mehr Mitarbeiter zuständig sein müssten. So tut eben jeder Mitarbeiter was er kann und Klärus erlebt die Geschehnisse eh nur aus der Situation der Betroffenheit, eigentlich ohne Einblick in die Logistik des Hauses. Das tut er aber nicht, denn er ist ein guter Beobachter und sieht auch den Arbeitsaufwand eines jeden Einzelnen.


Ach ja, die wichtigen Zigarettenpausen. Die kommen regelmäßig wie das Amen in der Kirche.
Kaum ist eine Pflegephase beendet, eilt die eine oder der andere Pflegekörper hinters Haus an die befreiende, frische Luft zum Raucherplatz und dreht sich seine Zigarette.

Drehen deswegen, weil das zur Zeremonie gehört, dieselbe verlängert und man/frau erstmal in den Drehvorgang abtauchen kann, um abzuschalten und nichts anderes zu sehen.
Das ist Kontemplation pur, die meditative Konzentration auf das Wesentliche zum Sein im Hier und Jetzt.

Kaum ist der eine, oder die andere Pflegekraft an Ort und Stelle, kommen andere nach, um sich dem Kultgeschehen anzuschließen. Der Pflegebelastung entronnen, hoffen alle auf eine geruhsame Zigarettenlänge, um die Batterien aufzuladen für weitere Pflegegänge.
Aber weit gefehlt.

Klärus kennt das aus dem eigenen Garten. Liegt eine fallen gelassene Frucht auf dem Wege, muss man nicht lange warten und von allen Seiten nahen langsam aber stetig die Nacktschnecken wie Dampfer auf hoher See zu einem havarierten, SOS-funkenden Schiff.
So auch hier. Kaum steht das erholungssüchtige Pflegegrüppchen in Gemeinschaft, kommen aus allen Winkeln die Pflegebedürftigen, welche dank der fortgeschrittenen Technik alle mit Elektrorollstühlen ausgestattet sind und gesellen sich zu den Erholungssuchenden. Nur wenige nicht. Und dann haben die Erholungssuchenden den Salat und die Erholung nicht, welche sie aber so dringend bräuchten und aus ist es mit der Kontemplation.

Klärus kennt das aus früheren Zeiten, als er in einer psychiatrischen Einrichtung als Sozialpädagoge arbeitete und es dort ein Mitarbeiterzimmer gab, welches als Aufenthaltsort für die Hausbewohner tabu war. Damals hat man noch in der Bude geraucht was der Glimmstängel her gab und so haben sich die Kollegen dort oft kaum sehen können. Dies ist hier an der frischen Luft anders.

Klärus ist am Anfang einer von den Wenigen, welche sich nicht selbständig mit ihren Elektrorollstühlen fortbewegen können. Er hat ja diesen Pflegerollstuhl mit der Liegeposition und den vielen Kissen und sucht mal wieder so den Sinn des Lebens zu erfassen.

Und überhaupt ist es für Klärus nicht einfach, so viele schwer, oder gar schwerst behinderte Menschen auf einem Haufen zu sehen und zu erleben.
Ein weiser Mensch hat ja mal gesagt:

„Egal, wen du triffst – du triffst immer nur dich selbst“. Du wirst mit dir selbst konfrontiert.

Das mögen viele, oder wollen viele nicht verstehen, aber es hat seine ernst zu nehmende Richtigkeit.

Klärus wird konfrontiert mit sich selbst.

Klärus muss viel liegen in dieser Pflegeeinrichtung. Dadurch dass sein rechter Arm mit einer Stoffbandage am Körper fixiert ist, kann er kein Stützkorsett tragen und seine Rückenmuskulatur ist zu schwach, so dass er nur kurze Zeit im Rollstuhl sitzen kann und das auch nur halb liegend und mit vielen Kissen abgestützt. Klärus hat fast nur Schmerzen, wenn er sitzen will und somit muss er nach spätestens einer Stunde wieder von einem Pfleger aufs Bett gelegt werden. Da liegt er dann, starrt zur Decke und wartet auf die Möglichkeit der nächsten Runde im Rollstuhl.

„Ja mein Lieber, die Wege hier auf Erden scheinen oft verworren, da ihr im Leibe die Zusammenhänge nicht erkennt“.

Da ist sie wieder die Stimme in seinem Innern, welche zu ihm spricht.

„Ja du hast mich schon oft gehört und ich bin du selbst, das Hohe Wesen, das du bist, in den Worten der Getrenntheit ausgesprochen. Doch wir sind nicht getrennt, denn es gibt keine Getrenntheit, denn alles ist mit allem verbunden, denn wir alle sind im Großen Geist und der Große Geist ist in allem was ist.
Alles Leiden dieser Welt entstammt dem falschen Glauben, vom Großen Geist getrennt zu sein. Alle seelischen Bedürfnisse des Menschen gehen von der Illusion eines eingebildeten Ichs aus und können deshalb nicht befriedigt werden. Nur das Erwachen befreit den Menschen. Wer erwachen will, muss verzeihen, aber nicht in dem Sinn, dass er anderen Schuld vergibt, sondern indem er erkennt, dass Sünde und Schuld nie real waren, sondern nur Kosequenzen des eingebildeten Ichs.

Alle Menschen dürfen erkennen, dass sie Söhne und Töchter des Großen Geistes sind. Söhne des Großen Geistes, die ihr Sohnsein noch nicht wahrhaben wollten oder konnten, haben dieses Bewusstsein aus der Welt geschafft.
Aber alle Negativität existiert nicht wirklich, sondern nur auf der Ebene der eingebildeten Egos. Es gibt weder Leid noch Tod, sondern nur den Glauben ans Leid und an den Tod.
Nichts Wirkliches kann bedroht werden. Nichts Unwirkliches existiert. Hierin liegt der Frieden des Großen Geistes“.

Klärus liegt auf seinem Bett, hört diese Stimme in seinem Innern, aber er fühlt keinen Trost. Ja er fühlt sich trostlos und vor allem unfrei. Gefangen in seinem Körper. So tolle Infos bekommt er schon seit Jahrzehnten und was ist jetzt?

Draußen scheint die Sonne, es ist warm. Der Fluss, welcher unterhalb seines Fensters vorbei fließt, ist hörbar und er liegt da, wartet auf die Zeit, wenn er wieder für ein Stündchen im Rollstuhl sitzen kann, um auf diesen Fluss zu schauen. Aber dann sieht er auch wieder die anderen, schwer eingeschränkten Menschen, welche schon zum Teil dreißig Jahre hier in diesem Hause verleben. Das zieht Klärus wieder runter. Noch mehr runter in seine Erlebniswelt. Hat er dies alles noch vor sich?
Klärus fühlt sich enttäuscht, vom Leben betrogen, als gäbe es da eine Trennung zwischen ihm und dem Leben und den schmerzlichen Erinnerungen, welche dieses Leben prägen.

„Benenne mich doch einfach das Ungelebte Selbst“, spricht es wieder in seinem Innern.

„Das was ihr Menschen oftmals als Schutzengel oder Schutzgeister bezeichnet, das seid oft ihr selbst. Du bist dein eigener Schutzengel, welcher einfach den Überblick hat über deine Leben. Ja, deine Leben, denn du hast derer viele. Das was ihr Menschen „Frühere Leben“ nennt, das sind einfach andere Seinsebenen.

Jetzt pass einmal genau auf. Auf Erden hast du diese Leben in der Zeit gelebt, in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Jedoch nichts geht verloren. Jeder Wimpernschlag, den du machtest, machst und machen wirst, ist in deiner Lebenschronik aufgezeichnet wie in einem Buch des Lebens. Und all dies existiert jetzt. Auf anderen Seinsebenen, welche du noch nicht wahrnehmen kannst, bis du dein Bewusstsein so weit verändert hast, dass dies möglich ist. Und so lange dies nicht möglich ist, nimmst du lediglich das wahr, also bezeichnest du das als Wahrheit, was du als Schöpfer deines Lebens selbst kreiert hast und somit hier als gegeben wahrnimmst. Und das was die Menschen als Zukunft bezeichnen, sind Programme, Möglichkeiten, die entstehen können durch das bereits Gelebte, also den Glaubenssätzen, Vorstellungen, aus denen gelebte Leben entstehen. Und dies alles ist aufgezeichnet und programmiert in dem, was ihr DNA nennt. Nur wissen das eure Wissenschaftler noch nicht“.

„Und was fange ich jetzt erstmal damit an, hier auf meinem Bett und in dieser Scheißsituation“?

Klärus ist sauer. Was haben ihm die ganzen Weisheiten gebracht? Er denkt wieder an den Bauarbeiter vor dem Krankenhausfenster, der mit braun gebranntem Oberkörper in der größten Hitze Witze reißend auf seiner Baustelle stand und sich wohl nie im Leben über solche Dinge Gedanken machte.
Dem ging es scheinbar gut und Klärus nicht, aber dem ging es wahrscheinlich nur scheinbar gut.

„Hörst du mich, mein Ungelebtes Selbst, mein Freund, was kann ich tun?

„Du kannst nicht ungeschehen machen, was geschehen ist, was zu Schmerz geworden ist. Du kannst lediglich verändern, was du als Schmerz wahrgenommen hast und als solchen gefühlt hast.
Erkenne, dass aus Schmerz Weisheit werden kann. Dann wird der Schmerz sinnvoll".


Auszug aus dem Manuskript: "Klärus und die blaue Blume" - Der Titel kann noch geändert werden.
http://www.blogger.com/www.rolandstickel.de

Freitag, 9. September 2011

Prolog zum Manuskript des dritten Romans und Autobiographie

"Klärus und die Blaue Blume"


Klärus hat bereits sechzig Jahre seines irdischen Lebens hinter sich. Wir befinden uns in der Zeit der großen Transformationen auf Erden.


Klärus ist ein Mensch wie Du und Ich, mit dem Unterschied, er geht bzw. fährt seinen Weg mit einem körperlichen Handicap. Er hatte wie nach Plan, im zarten Alter von acht Jahren zusammen mit vielen anderen Menschen den Virus zu einer Polioinfektion, welche man Kinderlähmung nennt, angenommen.




Er wusste lange hier auf Erden nicht warum, aber es machte das Leben spannender und bot mehr Möglichkeit zu wachsen und zu sein. Durch tiefe Täler gehend, ließ ihn sein Leben erkennen, dass er mehr ist als nur sein Körper. Er erfuhr, wo er her kam, und wohin er gehen wollte. Er lernte die Gesetze des Lebens kennen, den Weg der Umkehr und die Gefahren, die auf dem Wege lauerten. Viele Steine, die auf dem Wege lagen, mussten und müssen immer noch umfahren werden, auch kam er oft kaum vorwärts, bis er erkannte, dass er sich die Steine selbst in den Weg legte.


Klärus glaubte immer wieder, im Leben angekommen zu sein. Sein Leben ist schon lange Zeit mit spiritueller Weisheit bereichert und er hatte für sich die Information, dass er was Krankheit betraf, optimal geschützt zu sein, wenn er nur auf die Gesetze des Lebens achtete, und schon gar keine Polio mehr bekommen könne, da er die ja schon hatte. Er wurde vom Leben stets eines Besseren belehrt. Die Gesetze des Lebens sind verworren und doch so einfach. (siehe „Augenblicke im Leben eines Menschen“)




Durch die permanente Überforderung seines Nerven- und Muskelapparates erlebte er die Akuterkrankung von neuem. Er erfuhr, dass es ein Post-Polio-Syndrom gibt, welches nach einer Phase der Erholung, zwanzig, dreißig, sogar vierzig Jahre später, den eh schon Geplagten erneut treffen kann. Alles was für ihn im Leben Bestand hatte, brach zusammen. Er musste mit einer minimalen Leistungsfähigkeit sein Leben neu definieren. Erst in dieser Zeit erfuhr er die Botschaft, die dahinter verborgen. Hätte er keinen so guten Draht zum Großen Geist, er wäre an der neuen Situation zerbrochen. Doch der führte ihn in neue Lebenserfahrungen und zu dem Bewusstsein, dass es kein Unheilbar gibt. Er schickte ihm den Schlichten Diener aus der geistigen Welt und durch ihn erfuhr er, dass es Möglichkeiten zwischen Himmel und Erde gibt, welche immer mehr Menschen zur Verfügung stehen in einer Zeit großer Umwandlungen auf Erden, denn der Große Geist beschließt, ob der menschlichen Dramen, wie dem des Klärus, auch all seinen Geschöpfen mitsamt der Erde die Möglichkeit der Wandlung zum Guten zu bringen. (siehe „Hinterm Horizont) Für Klärus ist klar, es gibt kein Unheilbar und somit gibt es auch für ihn die Möglichkeit, Heilung für den Körper zu erfahren. Heilung für die Seele und dadurch Heilung für seinen schwer begrenzten Leib.


„In uns existieren wunderschöne, wie auch wilde Kräfte“ beschreibt schon der Heilige Franziskus von Assisi die Möglichkeit, welche in jedem Menschen steckt.


Doch Klärus erfährt immer mehr die Möglichkeit der Beschränkungen. Seine körperliche Leistungsfähigkeit wird immer eingeschränkter.


Wo ist sie, die Möglichkeit, den Schmerzzyklus zu durchbrechen, ihn umzuwandeln, um in einen Zustand der Leichtigkeit und Freude zu gelangen. Klärus durchlebt die dunkelsten Nächte seines Erdenlebens. Zumindest glaubt er das auch jetzt in der Zeit, in welcher der Große Geist beschlossen hat, seinen Kindern zu ermöglichen, ihr wahres Wesen zu erkennen, sie nicht mehr im Glauben ihrer Begrenzungen zu belassen wie einem Strichmännchen, das im Glauben lebt, es gäbe keinen Raum, welcher es umgibt.


Seine Kinder sollen erfahren, dass sie mehr sind, als nur ihr Körper und dass sie verbunden sind mit allem was ist, eins mit dem Großen Geist, denn seine Kinder hier auf Erden haben engelhafte Energie. Der Große Geist hat seine Kinder nicht zum Leiden auf diesen Planeten gebracht, aber er hat ihnen den Freien Willen zum experimentieren gegeben.


Nun, in dieser Zeit der Transformation, bekommen seine Kinder die Erkenntnis, warum sie hier auf dieser Erde sind. Sie sind ein Teil des Planeten, doch die Wenigsten wissen, dass sie ewig sind. Sie sind nicht nur Mensch. Sie sind ein Stück vom Universum. Und wenn sie mit der jetzigen Kenntnis ihres Menschseins fertig sind, dann gehen sie weiter zur nächsten und zur nächsten und zur nächsten. Der Mensch weiß noch nicht, dass er immer war und immer sein wird.


Viele Kinder des Großen Geistes haben zugesehen, wie dieser Planet gebaut wurde. Schwer zu glauben, es gibt viele alte Seelen, welche zuschauten, wie die Erde geformt wurde und sie haben gewusst, dass sie jetzt hier sein würden, um an dieser Umwandlung teilzunehmen - vielleicht sogar du, lieber Leser. Anzunehmen, sonst hättest du jetzt nicht dieses Gefühl, innerlich zu lächeln.
Ob diese menschlichen Wesen es wissen oder nicht, der Große Geist hat einen neuen Schutzmantel um ihren Wohnplaneten Erde gelegt, damit die Folgen ihrer Gedanken und Taten durch ihre Unwissenheit deren Zerstörung verhindern möge. Zu lange durfte der Mensch mit seinem freien Willen für Unfug sorgen, wie ein Kind, welches nicht die schützende Hand von Vater und Mutter spürt und in seiner Unwissenheit und Grenzenlosigkeit sich selbst und anderen Schaden zuführt.


Welch ein Jubel in den geistigen Reichen, denn es war für unsere geistigen Brüder und Schwestern nicht einfach, mit anzusehen, zu was die Menschenkinder im Glauben an die Kräfte des Dunklen fähig waren und immer noch sind, in der Zeit, in welcher die Menschenkinder immer noch glauben, vom Große Geist getrennt zu sein, in einer Zeit, in welcher die Kinder des Großen Geistes glauben, dass Hass und Neid und Habgier Wirklichkeiten sind. Natürlich sind das Wirklichkeiten, denn diese Kräfte wirken ja durch die Kraft und den Glauben an die Angst. So schuf der Mensch sich Generation für Generation Wunden in seiner Seele, welche Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft prägten und prägen werden. Aber damit soll nun Schluss sein. Der Große Geist möchte die Erde wieder zu einem fried- und freudvollen Planeten wandeln. Dazu braucht er aber die Unterstützung seiner Kinder. Dieser Prozess begann in der Zeit, in welcher eine unmenschliche Mauer im Herzen Europas der Erneuerung zum Opfer viel, in dem Land, in welchem diese Geschichte stattfindet. Nun ist die Zeit der Erneuerung wesentlich fortgeschritten. In anderen Bereichen der Erde toben Kriege oder es gibt anderes Gerangel um Macht, um Geld und auch um Nahrung und Wasser. Es ist die Phase des sich Zuspitzens. Nichts bleibt so, wie es war und ist. Die Menschen wehren sich gegen Willkür und Ungerechtigkeit.


Auch in den äußersten Winkeln dieser schönen Erde ist die Umwandlung nicht zu übersehen. Überall werden Menschen beginnen, das Leben mit anderen Augen zu betrachten. Dort, wo großer Mangel herrscht, werden plötzlich viele Ideen und Tatkraft wie Pilze aus dem Boden schießen. Menschen treten aus ihrer Opferhaltung heraus und neue Helfer werden noch mehr Unterstützung zur Selbsthilfe geben und keine Abhängigkeiten mehr schaffen. Es ist Hilfe von einem Herzen zum anderen. Kriegsherde werden verebben, die Energie des Kampfes ist müde und wird einschlafen. In dieser Zeit ist das neue Bewusstsein weit fortgeschritten. Die Welt ist am sich ändern und die Botschaften des Großen Geistes werden bewusster empfangen, um sie in das menschliche Leben zu integrieren. Alles, was Mutter Erde an Wunden mit sich herumschleppt, sind die Wunden der Kinder des Großen Geistes, die wiederum die Wunden aus der Geschichte ihrer Vorfahren mit sich herumschleppen. Diese Wunden müssen sichtbar sein, damit sie gelöst werden können.


Klärus, der Held unserer Geschichte hat auf seinem bisherigen Lebensweg gelernt, dass der Weg der Bewusstheit der Weg der Empfänglichkeit ist. Der Mensch Schöpfer hier auf Erden ist, der beginnt, so er bereit, sich der Quelle des Großen Geistes zu öffnen, sich seinem wahren Selbst zu öffnen.


Und Klärus erkennt, dass es hinter allem empfundenen Leid ein Mysterium geben muss, die Liebe zu erkennen und mit ihr das Leid zu wandeln. Somit wächst die Erkenntnis der Bewusstheit. Es ist der Weg über die Dunkelheit zum Licht. Wir alle sind Kinder des Großen Geistes und im Grunde vollkommene Wesen, denn der Große Geist hat uns vollkommen geschaffen. Wir sind eine herrliche Offenbarung der Quelle, ausgestattet mit Vollkommenheit.

Dienstag, 21. Dezember 2010

Klärus und die Hexe


Es ist einmal – nein, nicht es war einmal - ein kleines Hexenhaus in einem großen Wald, besser gesagt mehr am Rande eines großen Waldes.
Dieses Hexenhaus klebt am Hange eines Berges, gleich einem tibetanischen Kloster in unerreichbarer Höhe des Himalayas.

Umgeben ist dies Häuschen mit den höchsten und mächtigsten Bäumen, welche sich schon bei den kleinsten Windverhältnissen in bedrohlichem Maße ächzen und biegen, aufgrund dessen sich die Gewalt des Naturreiches dem sich fürchtenden Wanderers offenbart.

Aber höchst selten verirrt sich solch ein Wanderer in diese Gefilde und wenn ja, macht er einen großen Bogen um dieses sagenumwobene Häuschen und dessen ebenso umwobene Bewohnerin, denn ihr Ruf ist weithin bekannt.
Niemand weiß so richtig, wer diese Frau denn ist - nicht einmal sie selbst.

Sie lebt im Einklang mit der Natur, ist sich dessen und sich selbst bewusst und manch ein Getier wagt sich bis ganz in die Nähe des Häuschens, denn die Tiere des Waldes leben ebenso im Einklang mit der Natur wie die sagenumwobene Bewohnerin des Hexenhäuschens.

Dennoch empfängt sie ab und an wohlwollend eine Schar von Jüngern, um diese in ihre Hexenkünste einzuweihen.

Diesen Jüngern ist sie wohl gesonnen, was man bei ihr nicht zu allen Menschen behaupten kann, obwohl doch alle den Funken des Ganz-Großen-Lieben-Geistes in sich und deshalb auch seine Heiligkeit und Herrlichkeit in sich tragen.
Solcher Art von Balsamworte für die Seele aber sind ihr fremd, denn sie ist ja eine Hexe.

Eigentlich ist sie gar keine Hexe, sondern ein Mensch wie du und ich, mit einem ganz normalen Namen, nämlich Lieselotte, aber mit einer Besonderheit, die ihresgleichen sucht.

Es begab sich zu einer Zeit, als Lieselotte der irdischen Nahrung bedürftig, einen Supermarkt aufsuchte, um diesem Bedürfnis Rechnung zu tragen. Als sie so an den Regalen stand und die Auslagen betrachtete, sah sie plötzlich ein Kind vor sich stehen, welches sie interessiert beobachtete, während deren Mutter ebenso Waren in ihren Einkaufskorb legte.

„Bist du eine Hexe?“ Fragte das Kind Lieselotte, ohne eine Spur von Furcht. Das hörte auch die Mutter und kam mit hochrotem Kopf auf Lieselotte zu und entschuldigte sich für ihre vorlaute Tochter.
Lieselotte und das Kind musterten sich so von Frau zu Frau.
Andere würden an Stelle von Lieselotte der Hexe vielleicht sagen:
„Macht nix“
oder
„kann ja mal vorkommen“
oder
„nix für ungut“
oder würden vielleicht nur einen roten Kopf bekommen, weil sie doch keine Hexe, oder gar ein Hexer sein wollen, aber nicht so Lieselotte die Hexe.
Die schockiert eher noch die Mutter mit:
„Sie hat ja recht“ sodass die verdutzte Mutter große Augen bekommt.

„Kinder sagen die Wahrheit“ und verdattert schob die schockierte Mutter von Dannen, mit Einkaufswagen weit vorne, weit hinter sich herziehend ihr Kind, welches weiterhin nicht den Blick von Lieselotte der Hexe wand.
So ist Lieselotte halt doch eine Hexe und gibt dieser Zunft alle Ehre, verhält sich entsprechend hexisch, denn Hexen benehmen sich komisch, tragen aber auch Wissen in sich und tun dieses Wissen auch kund, wenn es denn sein soll. Im Falle ihrer Jünger soll es so sein.

* * *

Für den heimlichen Beobachter lebt Lieselotte die Hexe einsam und allein in ihrem Häuschen am Rande dieses großen Odenwaldes.
Doch der Mensch ist nie allein. Immer ist er umgeben von einer Schar geistiger Wesen, das heißt Wesen, nicht aus Fleisch und Blut, sondern eben geistige Wesen, die wir landläufig Schutzengel, oder Schutzgeister nennen.
Wir erinnern uns an Clearasil, den Schutzgeist von Klara, welcher sich ab und an auch mal meldete. Er wurde vom Ganz-Großen-Lieben-Geist abbeordert.
Li Mai, die Schutzgeistin von Klärus, die ja bekanntlich auf und davon ist mit Gregorius, dem windigen Mesopotamier, der ein kurzes Helfergastspiel für Klärus gab und in den sich die Li Mai dann recht schnell verguckt hatte. (Siehe „Augenblicke im Leben eines Menschen“)
Denn dieser wollte zwar Klärus wieder mal in seiner Schlacht auf Erden beistehen, hat aber gemerkt, dass der Gegner ein völlig anderer war, als zur mesopotamischen Zeit.

Denn damals, nach dem Niedergang Assyriens erstarkte Babylon zum wiederholten Male. Der König Nabopolassar besiegte schließlich Assyrien. 18 Jahre nach dem Tod Assurbanipals besiegten die vereinigten Meder und Babylonier die Heere Assyriens. Das war vor mehr als 2600 Jahren. Babylon wurde in der Folge erneut das kulturelle Zentrum Mesopotamiens. Assur und Ninive wurden vollkommen zerstört und die Assyrer verschwanden schließlich aus dem Gedächtnis der nachfolgenden Generationen, bis dieser Name aus politisch-sozialen Gründen innerhalb des assyrischen Volkes im Osten im 19. Jahrhundert n. Chr. wiederbelebt wurde.
Das sei hier nur ein kurzer Exkurs, aber was solles, das weiß doch eh jeder.

Auf jeden Fall kämpften damals Klärus und Gregorius Schulter an Schulter auf diesen Schlachtfeldern und hielten sich somit am Leben. Diese Bande gehen über den Tod hinaus und deswegen dachte sich der Ganz-Große-Liebe-Geist – denn irgendwie muss dieser ja wohl auch mal denken – dass dieser wackre Rittersmann das richtige Geistwesen zum Schutze des geliebten Klärus in dieser seiner Verkörperung sei.

Doch weit gefehlt. Statt Li Mai, der damals überforderten Schutzgeistin von Klärus beizustehen, büxte dieser Gregorius mit derselben aus und Klärus schien schutzlos. Doch es gibt keine Schutzlosigkeit im Universum des Großen Geistes. Der Schlichte Diener wurde ja schließlich Klärus zur Seite gestellt.
(Siehe „Augenblicke im Leben eines Menschen“ und „Hinterm Horizont“).

Durch diesen Schlenker in die mesopotamische Zeit erklärt sich nun, dass der Ganz-Große-Liebe-Geist zörnelnd wieder an Gregorius dachte, da dieser sträflich sein Amt missachtete, praktisch Fahnenflucht begann. Dem Namen Schutzgeist nicht würdig verdonnerte ihn nun der Große Geist, in dem er ihn Lieselotte der Hexe zur Seite stellte.
Die sei ein harter Brocken und Gregorius könne sich nun bewähren. Doch weit gefehlt.
An Lieselotte der Hexe hat sich schon mancher Mann die Zähne ausgebissen – ob im Leibe, oder vergeistigt. So auch Gregorius.
Sein geistiger Zustand ist durch sein neues Amt ein Erbärmlicher. Seine Augen schwarz gerändert sehnt er sich nach den Schlachtfeldern Mesopotamiens, denn Liselotte die Hexe scheint immun, was geistigen Beistand anbelangt.
Auf Schritt und Tritt bei ihr sein, ist für ihn die Hölle auf Erden und wenn Lieselotte die Hexe dies ständig wahrnehmen würde, würde sie ihm sicherlich nach dem Leben trachten und das ergäbe ja in seinem Fall keinen Sinn.

* * *

Unregelmäßig regelmäßig, in aller Herrgottsfrüh schreitet Lieselotte die Hexe mit einem langgezogenem „Oooooooooommmmmmm“ vor ihr Häuschen - mehr oder weniger missgestimmt, denn sie hat die Nacht wieder nicht geschlafen. So lang ist dieses Ooooommm nicht, denn nach ein paar Ooo`s bekommt sie einen Hustenanfall und muss erst Mal das zu Tage fördern, was die Atmung schwer machen wollte. Die nächsten Oooooos sind dann schon vermehrt und nach mehreren Widerholungen von Ooo``s und Husten, werden die Ooo``s mehr und der Husten weniger.

Als Erstes atmet sie wieder tief durch, denn Atem ist Leben, dann zündet sie sich eine Zigarrette an und atmet wieder - dieses Mal nicht wieder tief - durch, denn Zigarrette ist Tod. Aber der gehört mit zum Leben.

Nach ein paar Zügen macht sie die Zigarrette vorsichtig wieder aus - wegen dem frühen Ableben und lagert sie an Ort und Stelle, wo sie den Stummel wieder findet, denn Lieselotte die Hexe ist ein sparsamer Mensch und lässt nix verkommen.
Dann stellt sie sich in Position, Richtung aufgehender Sonne und beginnt zu singen:

„Aaaaatem ist Leeeeeben, Atem ist Kraffft
Aus Aaaaatem ist Himmel und Eeeeerden gemacht“

Dann hustet sie wieder wie verrückt und schimpft:
„So ein Blödsinn - Himmel - wenn ich das schon höre - Himmel - das gibt’s doch gar nicht - Himmel“
So bruddelt sie noch ein bisschen in einem fort und regt sich wieder über Sprachen auf, aber dann singt sie weiter - indem sie ihre Position Richtung Osten korrigiert:

„Aaaaatem hält jung, gibt Gesundheit und Muuuut
Reinigt von Krankheit das Bluuuuuuut“

Das wiederholt sie mehrere Male, indem sie anfangs tief einatmet, dann in einem langen gedehnten Ein- und Ausatemzug mit erst hängenden Armen, diese langsam nach aussen und bis nach ganz oben streckt und bei der zweiten Hälfte des Liedes wieder nach unten führt. Der Hustenanfall am Anfang wird somit immer weniger, bis die große morgendliche Reinigung der Lunge beendet ist.
Zum Schluss nochmals:

„Aaaaatem ist Leeeeeben, Aaaaatem ist Kraffft
Aus Aaaaatem ist Himmel und Eeeeerden gemacht
Aaaaatem hält jung, gibt Gesundheit und Muuuut
Reinigt von Krankheit das Bluuuuuuut“

„so ein Quatsch“ Will sie schon wieder anfangen, denn Worte sind Schall und Rauch und können ihrer Meinung nach nie das ausdrücken, was wahrlich gemeint ist. Schon gar nicht wenn es um die allumfassenden kosmischen Wahrheiten geht.

„Na ja….“ hört sie dann auf zu lamentieren und ergeht sich in des Waldes Flur, gleichmäßig tief atmend in gemäßigtem Schritt.
In den Wipfeln der großen Fichten raunt der Wind, die Vöglein zwitschern um die Wette und ab und zu huscht ein scheues Rehlein durchs nahe Dickicht. Alles scheint friedlich - im Einklang der Natur.
Lieselotte die Hexe übt sich im Nicht-Denken, zumindest versucht sie nichts zu denken, denn im Nicht-Denken liegt alle Kraft.

Doch plötzlich merkt sie, Nicht-Denken geht nicht. Jetzt zumindest nicht. Sie verspürt einen Adrenalinschub, der ein Ende der Gelassenheit einleitet.
Lieselotte die Hexe denkt an Klärus. Wenn sie an nichts Böses denken will, fällt ihr Klärus ein. Dann hat sie den Salat.

Sie hat sich vorgenommen, nicht mehr an Klärus zu denken, den Klärus, der einen völlig heruntergewirtschafteten Körper hat und sogar noch Bücher geschrieben hat, welche sie immer noch mordsmäßig aufregen, mit einer saublöden Sprache und saublöden Begriffen wie einen Großen Geist. Der regt sie ganz besonders auf.

Klärus am Morgen - bringt Kummer uns Sorgen. Wenigstens für Lieselotte der Hexe, denn Klärus Leben versteht sie nicht. Da hat sie was gemein mit der Schwiegermutter von Klärus, die etwas älter ist als Lieselotte die Hexe, aber auch in einer Zeit groß wurde, als es den Begriff eines „unwerten Lebens“ gab.
Also ist es aus mit dem Einklang und das ist gut so, denn das Leben ist eine Auseinandersetzung mit den dunklen Tiefen des Seelengewahrseins.

Diese Texte sind Auszüge aus dem Manuskript für das neue Buch mit dem evt. Titel: "Klärus und die Blaue Blume"
Sie sind noch nicht vollständig und werden noch ergänzt.

Montag, 31. Mai 2010

Klärus und die Endlichkeit - III




Als Klärus vergangenen Samstag in der Früh erwacht, ist er total gerädert. Beim Versuch aufstehen zu wollte, versagen ihm die Beine. In ihm ist keine Kraft mehr. Für Klara ist klar – ihrem Klärus geht es schlecht. Sehr schlecht. Da es Wochenende ist, ist Krankenhaus angesagt. Doch sie kann den Klärus nicht alleine in den bereitgestellten Rollstuhl setzen. Plötzlich steht die Stete-Begleiterin von Klärus im Zimmer. So genannt zufällig will sie mal nachsehen, wie es den Beiden wohl so geht.

Die „Stete Begleiterin“ von Klärus, ist eine gemeinsame Freundin von Klara und ihm. Es ist die Begleiterin, welche mehr als zwei Jahrzehnte alle spirituellen Erfahrungen mit Klärus teilte und mit ihm an allen Veranstaltungen teilnahm. Es war ein ständiger Austausch über diese Erfahrungen gegeben. Klärus hatte schon immer den Wunsch, Menschen, die er lieb hat, mit ein zu beziehen in seine Erfahrungswelt und den Wunsch, alles Schöne mit ihnen zu teilen. Besonders wenn er sieht, dass die einen Leidensweg gehen. Seit Klärus sie kannte, litt die Stete Begleiterin unter schwerer Traurigkeit bis zu der Zeit, als beide in der Bruderschwesternschaft waren. Dort hatte sie durch den Schlichten Diener Heilung von der schweren Traurigkeit erfahren. (siehe: Hinterm Horizont)

Was die Stete Begleiterin nun vorfindet, ist alles andere als erfreulich. Gemeinsam können sie nun mit viel Kraftaufwand den Klärus in den Rollstuhl setzen und ihn zum Auto transportieren. Dort ist es nochmals schwierig, den Klärus, der wie ein nasser Sack an der Klara hängt, auf den Autositz zu bugsieren. In der Notaufnahme müssen sie längere Zeit warten. Als sie schließlich auf die Intensivstation geführt werden, wird Klärus sofort entkleidet, krankenhausmäßig gewandet und an tausend Schläuche angeschlossen. Klärus läßt alles teilnahmslos geschehen. Irgendwie ist er froh, endlich in ärztlicher Obhut zu sein. Auch hat er so ein Gefühl, dass nun alles vorbei sei. Und das ist kein schlechtes Gefühl.

Er liegt da, von oben kommt eine Gesichtsmaske auf ihn zu und ohne einen Gedanken aufkommen zu lassen, lässt er einfach geschehen. Die Maske wird fest auf seinem Gesicht fixiert und er merkt noch, wie sein Kopf zur Seite fällt und von da ab weiß er nichts mehr.

„Ich grüße dich, mein innig geliebter Erdensohn.
Ich, der Große Geist grüße dein Selbst im Licht der allumfassenden Liebe.
Ewig durchströmt, ewig segnend.
Der du da selbst Ausdruck bist.
Höchstes Licht, du Quelle aller Kraft
Deren Strahlen alle Welten durchlichtet
Erleuchte auch dein Herz
So, dass es das Werk der Liebe tun kann“.


Wie kann Klärus jetzt noch „Werke“ tun? Nichts weiß er, was um ihn geschieht. Nichts weiß er nach dem Erwachen, wie wundersam die Hilfen aus der geistigen Welt ihm zuteil wurden.

„Niemals, mein Sohn, bist, noch warst du allein, als Einzelner.
Denn die Verbundenheit ist tief in dir verwurzelt“.


* * *

Klärus ist wach. Zumindest muss es so etwas wie ein Wachsein sein, aber um ihn herum ist nur Schwarz. Ein undurchdringliches Schwarz. Ein Schwarz, welches Angst aufkommen lässt. Angst – eine menschliche Regung.
Diese Angst paart sich mit einer aufkommenden Sehnsucht.
Der Sehnsucht nach einem Sonnenaufgang.
Noch nie hatte Klärus eine so starke Sehnsucht nach einem Sonnenaufgang.
In weiter Ferne ein kleines Licht, das näher kommt. Aber nicht sehr weit. Als kleines viereckiges Bild sieht Klärus eine weite Ebene, an deren Horizont die Sonne aufgeht.
Der Rest um dieses kleine Bild ist dieses undurchdringliche stete Schwarz, in dem sich Klärus nun befindet.
Für Klärus kommt die erschreckende Erkenntnis, dass es so etwas wie einen Sonnenaufgang nicht gibt und wenn es keinen Sonnenaufgang gibt, dann gibt es auch keinen Sonnenuntergang, keine Nacht und kein Tag, der auf die Nacht folgt, keinen errettenden Tag, der die menschliche Seele befreit von der vergangenen Nacht. Panik kommt auf bei Klärus. Er nimmt ein zischendes zyklisches Geräusch wahr und in ihm wächst die Erkenntnis, dass es das noch nie gab, so etwas wie einen befreienden Sonnenaufgang. Dass es so etwas auch nie geben wird.
Mit aller Macht klammert er sich an diese Sehnsucht, an seinen unbändigen Willen, das erleben zu wollen, das mit der Regelmäßigkeit eines befreienden Sonnenaufganges. Nichts Wichtigeres gibt es in diesem Moment als einen Sonnenaufgang.
Klärus wacht auf und spürt die verrutschte Maske, welche ihre lauten Geräusche von sich gibt. Die Schwärze verschwindet. Rudimentär nimmt er die Umgebung der Intensivstation wahr und das ist so was von befreiend. Klärus sieht einen Engel neben seinem Bett stehen, der mit beruhigenden Worten sein Gesicht abwischt. Es ist die junge Nachtschwester, die Klärus ins „Leben“ zurückgeholt hat.
Und Klärus ist dankbar – einfach nur dankbar.